Das Festival des Engagements – ein Ort gelebter Demokratie

Foto: Radu Malain

Ein Tag voller Begegnungen

Am 13. Juni wurde die Goetheanlage Kassel zu einem Ort, an dem Engagement nicht nur sichtbar, sondern erlebbar wurde.

Unter dem Motto „Gemeinsam Engagement erleben“ fand dort das Festival des Engagements statt – veranstaltet vom Freiwilligenzentrum Region Kassel, der Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Kassel sowie zahlreichen Partner*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft.

Was an diesem Tag entstand, war weit mehr als ein klassischer Aktionstag. Die Goetheanlage wurde zu einem offenen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben. Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und Hintergründe kamen zusammen, lernten neue Initiativen kennen, probierten Angebote aus, führten Gespräche und genossen die besondere Atmosphäre.

Dabei hätte das Timing kaum besser sein können: Nach regnerischen Tagen zeigte sich pünktlich zum Festival die Sonne und schuf die perfekte Kulisse für einen Tag voller Gemeinschaft, Kreativität und Engagement.

Die Goetheanlage als Mitmach-Ort

Überall auf dem Gelände gab es etwas zu entdecken.

49 Vereine, Initiativen, Organisationen und Kulturakteur*innen aus Kassel und der Region gestalteten gemeinsam ein vielfältiges Festivalprogramm mit zahlreichen Aktionen sowie kulinarischen Angeboten. Besucher*innen konnten Neues ausprobieren, Fragen stellen, ins Gespräch kommen und erleben, wie unterschiedlich Engagement aussehen kann.

Gerade diese Vielfalt machte das Festival besonders. Engagement zeigte sich an diesem Tag in vielen Formen: sozial, kulturell, ökologisch, sportlich, politisch oder nachbarschaftlich.

Statt nur über Engagement zu sprechen, konnten die Menschen es direkt vor Ort erleben.

In 36 Aktionen und Mitmachangeboten wurde das Festivalmotto „Gemeinsam Engagement erleben“ ganz konkret. Besucher*innen konnten beispielsweise bei den Urbanen Waldgärten Pflanzen eintopfen und mit nach Hause nehmen, sich bei Outlaw Tipps zur Fahrradreparatur holen, mit World Freestyle Yoga ausprobieren, Graffiti gestalten oder erste Erfahrungen auf dem Skateboard sammeln. Die „Ich sehe Dich“-Fotobox der Caritas lud dazu ein, sich selbst und andere aus neuen Perspektiven wahrzunehmen, während beim Line-Dance-Workshop von Cher Ami gemeinsam getanzt wurde.

Auch die beliebten Rikschafahrten von AWO Nordhessen und ACT Kassel sowie Fahrten mit dem Lastenrad von Karla Lastenrad und dem ADFC machten Engagement unmittelbar erfahrbar. An der Langen Tafel von ClimateHub Kassel und UmweltHaus Kassel kamen Menschen miteinander ins Gespräch und tauschten Ideen für eine nachhaltige und lebenswerte Stadt aus.

Zwischen Bühnenprogramm, Mitmachaktionen und Begegnungsorten entstanden immer wieder neue Gespräche, Verbindungen und gemeinsame Erfahrungen. Familien, Jugendliche, junge Erwachsene und ältere Menschen nutzten die Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu kommen und die Vielfalt des Engagements in Kassel kennenzulernen. Ein besonderes Anliegen des Festivals war es, möglichst vielen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen. Das gesamte Bühnenprogramm wurde von Gebärdensprachdolmetscherin Katharina Klos begleitet und dadurch für gehörlose Besucher*innen zugänglicher gestaltet. Ergänzt wurde das Angebot durch ein Ruhezelt, ein Awareness-Team vor Ort sowie Informationen in Leichter Sprache – sowohl in der Öffentlichkeitsarbeit vor dem Festival als auch auf dem Programm und Lageplan.

Musik, Austausch und eine entspannte Atmosphäre

Einen wichtigen Beitrag zur besonderen Stimmung leistete das abwechslungsreiche Bühnenprogramm.

Während die ruhigen Indie- und Folkklänge von Caro Kiste Kontrabass am Nachmittag perfekt zur entspannten Atmosphäre in der Goetheanlage passten, sorgte das AbsEinen wichtigen Beitrag zur besonderen Stimmung leistete das abwechslungsreiche Bühnenprogramm.

Nach einem musikalischen Auftakt durch Blech & Schwefel wurde das Festival offiziell durch Sozialdezernent Dr. Norbert Wett eröffnet. Im Anschluss wurde die Engagement-App vorgestellt und in einer Talkrunde der Stadt Kassel über ihre Vielfalt von Engagement-Möglichkeiten gesprochen.

Mit Tanz- und Musikbeiträgen von MusicAndDance e. V. in Kooperation mit der Musik- und Tanzschule ENjoy folgte ein vielfältiges Programm, das zahlreiche Besucher*innen auf und vor die Bühne lockte.

Während die ruhigen Indie- und Folkklänge von Caro Kiste Kontrabass am Nachmittag perfekt zur entspannten Atmosphäre in der Goetheanlage passten, sorgte das Abschlusskonzert von Cumbia Casselera für einen ausgelassenen Ausklang. Gemeinsam wurde getanzt, gefeiert und der Festivaltag in der Abendsonne genossen.chlusskonzert von Cumbia Casselera für einen ausgelassenen Ausklang. Gemeinsam wurde getanzt, gefeiert und der Festivaltag in der Abendsonne genossen.

Doch nicht nur die Musik brachte Menschen zusammen.

Auch der kulinarische Bereich im Herzen des Geländes entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt. Hier wurde gegessen, erzählt, diskutiert und gelacht. Der Food Court bot dabei kulinarische Vielfalt und lud dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Angebote der African People’s Convention, von Forum Vita und der Caverne sowie der Palästinensischen Gemeinde bereicherten das Festival um unterschiedliche Geschmäcker und Perspektiven. Auch der beliebte Kaffee nach einer leckeren Mahlzeit blieb durch das Kaffeemobil von piano e. V. nicht aus.

Besonders willkommen war an diesem warmen Sommertag außerdem das kostenlose Trinkwasserangebot von KasselWasser, das von vielen Besucher*innen dankbar genutzt wurde.

Engagement, das ansteckt

Was von diesem Tag besonders in Erinnerung bleibt, sind die Menschen.

Dazu gehörten auch die rund 30 freiwilligen Helfer*innen, die das Festival maßgeblich mitgetragen haben. Ob beim Auf- und Abbau, am Infopoint oder Helfendenzelt, im Awareness-Team, bei der Betreuung von Angeboten oder beim Spülen von Geschirr im Hintergrund – sie sorgten mit ihrem Einsatz dafür, dass sich Besucher*innen und Mitwirkende gleichermaßen willkommen fühlen konnten.

Die vielen engagierten Akteur*innen, die ihre Aktionen, Angebote und Ideen mitgebracht haben, die Künstler*innen auf der Bühne, die Besucher*innen auf dem Gelände und die zahlreichen Freiwilligen haben gemeinsam einen Raum geschaffen, der von Offenheit, Wertschätzung und gegenseitigem Respekt geprägt war.

Immer wieder wurde deutlich, wie viel Freude gemeinsames Engagement machen kann.

Besonders ermutigend war die starke Beteiligung junger Menschen – sowohl als Besucher*innen als auch als freiwillige Helfer*innen. Sie haben gezeigt, dass gesellschaftliches Engagement keineswegs eine Frage des Alters ist. Es lebt von Menschen, die Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen möchten.

Gerade in Zeiten, in denen oft über gesellschaftliche Herausforderungen gesprochen wird, hat das Festival eine andere Perspektive sichtbar gemacht: Veränderung beginnt dort, wo Menschen aktiv werden und sich füreinander einsetzen. Denn viele der Dinge, die wir uns für unsere Gesellschaft wünschen, entstehen nicht von allein. Sie entstehen durch Menschen, die sich zusammentun, Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln.

Gemeinsam möglich gemacht

Ein Festival wie dieses entsteht nicht von selbst.

Deshalb möchten wir allen danken, die zum Gelingen des Festivals des Engagements 2026 beigetragen haben.

Unser Dank gilt den Vereinen, Initiativen und Organisationen, die mit Kreativität, Zeit, Wissen und großem Engagement ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt haben. Sie haben gezeigt, wie lebendig und vielfältig die Kasseler Engagementlandschaft ist.

Wir danken außerdem allen Künstler*innen, die den Tag musikalisch begleitet und für die passende Atmosphäre gesorgt haben.

Ein ganz besonderer Dank gilt unseren rund 30 freiwilligen Helfer*innen. Mit ihrem Einsatz, ihrer Verlässlichkeit und ihrer Begeisterung haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass Gäste, Mitwirkende und Veranstaltende gleichermaßen willkommen und gut aufgehoben waren.

Ebenso danken wir unseren Förderer*innen, Kooperationspartner*innen, Unterstützer*innen sowie den vielen privaten Spender*innen. Ein besonderer Dank gilt Ministerpräsident Boris Rhein im Förderprogramm #deinehrenamt sowie dem Kulturamt der Stadt Kassel für die finanzielle Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen.

Darüber hinaus danken wir den zahlreichen Partner*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft, die das Festival mit Know-how, Infrastruktur, Sachleistungen und persönlichem Engagement unterstützt haben. Stellvertretend seien hier KasselWasser, das Deutsche Rote Kreuz, Exact Security, die Freiwillige Feuerwehr Bettenhausen/Forstfeld, das Arolser Hofbräuhaus, Blixmedia, die UK14, Baguettski sowie viele weitere Unterstützer*innen genannt.

Ein herzlicher Dank gilt außerdem den Fotograf*innen Radu, Redon und Rezarta. Mit ihren Bildern haben sie die besonderen Momente, Begegnungen und Eindrücke des Tages festgehalten und Erinnerungen geschaffen, die weit über das Festival hinaus Bestand haben werden.

Wir sehen uns wieder

Das Festival des Engagements 2026 hat gezeigt, wie viel möglich wird, wenn Menschen zusammenkommen, ihre Ideen teilen und Verantwortung für ihre Gemeinschaft übernehmen.

Es hat Begegnungen geschaffen, neue Verbindungen ermöglicht und Engagement in all seiner Vielfalt sichtbar gemacht.

Vor allem aber hat es gezeigt, dass Gemeinschaft nicht abstrakt ist. Sie entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, einander unterstützen und gemeinsam aktiv werden.

Für all die schönen Gespräche, die vielen helfenden Hände, die kreativen Ideen und die besondere Atmosphäre sagen wir von Herzen: Danke.

Wir freuen uns schon jetzt auf alles, was aus diesen Begegnungen entsteht.

Autorin: Ramek Jehanbazi